Schweißdrüsenabsaugung / Hyperhidrose vom Facharzt

Im Sommer oder beim Sport ist stärkeres Schwitzen normal und gesellschaftlich akzeptiert. Wenn sich aber auch im Privat- und Geschäftsleben selbst in Ruhe stigmatisierende Schweißflecken auf der Kleidung abzeichnen, kann dies eine große psychische Belastung sein. Die Betroffenen versuchen meist vergeblich Ihre Problematik zu verbergen und fühlen sich in Ihrer Bewegungsfreiheit und Lebensqualität eingeschränkt.

Von diesem übermäßigen Schwitzen, der so genannten Hyperhidrose, sind etwa 1-2 % der Bevölkerung in Deutschland getroffen. Hier kann eine chirurgische Behandlung Hilfe und Erleichterung bringen.

Hyperhidrose an Händen und Füßen kann durch Injektion von Botulinum-Toxin behandelt werden. In Bereich der Achseln bietet sich hingegen eine Entfernung der Schweißdrüsen durch eine Schweißdrüsenabsaugung an.

Das Verfahren der Schweißdrüsenabsaugung ähnelt der Fettabsaugung. Die Schweißdrüsen werden durch spezielle Kanülen abgesaugt. Hierdurch kann in den meisten Fällen eine deutliche und dauerhafte Verbesserung der Symptomatik erreicht werden.

Operationsverfahren

Die Schweißdrüsenabsaugung bedient sich einer ähnlichen Technik wie die Fettabsaugung.

Bei der Schweißdrüsenabsaugung werden in örtlicher Betäubung dünne Metallkanülen in die Achselhöhlen eingeführt. Die kleinen Hautschnitte werden so geführt, dass sie nach ihrer Abheilung möglichst unsichtbar sind.

Über die eingeführten Hohlnadeln wird eine Lösung eingebracht, die aus physiologischer Kochsalzlösung, Adrenalin und Lokalanästhetikum besteht. Diese so genannte  „Tumeszenz-Lösung“ dient dazu die Schweißdrüsenabsaugung so blutungs- und schmerzarm wie möglich durchzuführen. Die Tumeszenzlösung muss etwa 30 Minuten einwirken, um das Gewebe aufzulockern und die Betäubung wirken zu lassen.

Im Anschluss wird das Unterhautfettgewebe mit den darin enthaltenen Schweißdrüsen oberflächlich abgesaugt. Dabei verwendet man dieselben Einstichstellen wie zur Injektion der Tumeszenzlösung.

Die Schweißdrüsenabsaugung erfolgt mit Hilfe eines Vakuumgeräts und daran angeschlossener Kanüle. Diese ist 2-4mm dünn, ihre Spitze ist abgerundet und somit stumpf. Dadurch wird das Gewebe geschont und die Wunden heilen schneller wieder ab.

Durch die Schweißdrüsenabsaugung gelingt es einen Großteil der Schweißdrüsen der Achselhöhle zu entfernen. So wird die Schweißbildung auf ein Normalmaß reduziert und die Problematik in der Regel behoben.

Das Ergebnis der Schweißdrüsenabsaugung ist dauerhaft, da die Schweißdrüsen nicht nachwachsen. Falls in seltenen Fällen nicht alle störenden Schweißdrüsen bei der ersten Absaugung entfernt wurden, kann nach 3-6 Monaten eine zweite Schweißdrüsenabsaugung vorgenommen werden.

Ablauf der Schweißdrüsenabsaugung

Unverbindliches Beratungsgespräch

Bevor Sie sich zu einer Schweißdrüsenabsaugung entschließen, führen Sie ein ausführliches Beratungsgespräch mit einem unserer Ärzte. Dabei soll Ihre Problematik besprochen, sowie Ihre Wünsche und Vorstellungen realistisch beurteilt werden.

Ihr Arzt bespricht mit Ihnen die Möglichkeiten der chirurgischen Behandlung Ihrer Hyperhidrose und nennt Ihnen mögliche Alternativen. Sie entscheiden dann gemeinsam mit Ihrem Arzt welches Verfahren das beste für Ihre Situation ist und legen die zu behandelnden Partien fest.

Ihr Arzt klärt durch eine gezielte Anamnese, ob das übermäßige Schwitzen das Symptom einer Grunderkrankung, wie Übergewicht,  Diabetes mellitus, einer Schilddrüsenüberfunktion, Malaria oder einer Tuberkulose ist. Auch auf Grund einer Medikamenteneinnahme (Antidepressiva, Theophyllin o.ä.) ,in der Menopause oder bei psychischen Erkrankungen kann es zu vermehrtem Schwitzen kommen.

Ggf. sollte Ihre Grunderkrankung von einem zuständigen Facharzt behandelt werden, bevor eine Schweißdrüsenabsaugung erwägt wird.

Außerdem erhalten Sie Informationen über eventuellen Risiken und Komplikationen der Schweißdrüsenabsaugung, damit Sie eine bewusste Entscheidung darüber treffen können, ob Sie sich zu einer Schweißdrüsenabsaugung entschließen.

Dieses erste Beratungsgespräch kostet Sie nichts und verpflichtet Sie nicht zu einer Behandlung in unseren Kliniken.

Ihre Angaben werden vertraulich behandelt und natürlich gilt auch bei diesem Erstkontakt bereits die ärztliche Schweigepflicht.

Einen Beratungstermin können Sie bei uns telefonisch, per Email oder persönlich vereinbaren.

Vorbereitung

Vor einer Schweißdrüsenabsaugung ist es sinnvoll auf das Rauchen für etwa 1-2 Wochen vor und bis 2 Wochen nach dem Eingriff zu verzichten, um eine bestmögliche Heilung nicht zu gefährden.

Die Einnahme von Medikamenten, die Acetylsalicylsäure enthalten und somit die Blutgerinnung beeinflussen ( z.B. in ASS, Aspirin), sollten Sie etwa eine Woche vor der Schweißdrüsenabsaugung vermeiden, da sonst die Blutungsneigung während und nach dem Eingriff erhöht ist.

Vor dem Eingriff  wird der abzusaugende Bereich von Ihrem Arzt zur Operationsplanung eingezeichnet und Sie können bei Bedarf ein Mittel zur Beruhigung bekommen, wenn Sie dies wünschen.

Operation

Die Schweißdrüsenabsaugung dauert zwischen 1,5 bis 2 Stunden und wird in örtlicher Betäubung durchgeführt. Auf Wunsch können Sie in einen Dämmerschlaf versetzt werden, um Ihnen die Schweißdrüsenabsaugung so angenehm wie möglich zu gestalten.

Im Anschluss wird Ihnen noch im Operationssaal ein Druckverband angelegt, den sie 2-3 Tage tragen sollten.

Sie können nach einer Schweißdrüsenabsaugung normalerweise noch am selben Tag nach Hause.

Nachbehandlung

Nach der Schweißdrüsenabsaugung tragen Sie für 48-72 Stunden einen komprimierenden, saugfähigen Druckverband (sog. Rucksackverband). Dies dient der besseren Wundheilung und reduziert Schwellungen und Hämatombildung.

Meistens können Sie bereits am nächsten Tag wieder zur Arbeit gehen, sollten aber noch für etwa 4 Wochen auf körperliche Belastungen verzichten.

Nachuntersuchungen erfolgen bei einer Schweißdrüsenabsaugung nach 3 und 6 Monaten.

Kosten

Eine Schweißdrüsenabsaugung wird meist nicht von der Krankenkasse übernommen, da es sich um einen ästhetischen Eingriff handelt. Diese muss somit selbst bezahlt werden. Halten Sie aber gerne Rücksprache mit Ihrer Krankenkasse, ob bei Ihnen eine medizinische Indikation besteht.

Die Kosten für eine Schweißdrüsenabsaugung berechnen sich so individuell wie Sie als Patient individuell sind und können nicht pauschal benannt werden. Insgesamt setzen sich die Kosten aus dem operations-technischen Aufwand, der Betäubung sowie den Vor-und Nachuntersuchungen zusammen. Außerdem spielen auch Ihre Wünsche und anatomischen Gegebenheiten eine Rolle. 

Gerne bespricht Ihr Arzt die Finanzierungsmöglichkeiten mit Ihnen in einem unverbindlichen Beratungsgespräch.

Fakten zu(r) Schweißdrüsenabsaugung OP-Dauer:

60-90 min

Narkose:

Lokale Betäubung

Klinikaufenthalt:

Ambulant oder eine Nacht

Nachbehandlung:

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